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27. Februar 2026 Führung & KI

Die Evolution der Führungskraft: Vom Entscheider zum professionellen KI-Beobachter

Da sitzt man. Gestandener Leiter, gewohnter Entscheidungsträger (in diesem Szenario vereinfachen wir sehr stark – und übertreiben).

Der Blick schweift voller Stolz über den Tageskalender. Alle Häkchen gesetzt. Die Agilität durchgespielt, die Effizienz auf die Spitze getrieben. Die Tasche hängt bereits lässig über der Schulter, ein wichtiger Arzttermin steht an. Feierabend.

Denkste.

Der gehetzte Blick fällt auf Monitor Nummer zwei von drei. Der KI-Agent. Seit über einer halben Stunde zieht das viel gepriesene „Deep Research" dort unbeeindruckt seine meditativen Kreise. Also setzt sich der adipöse Businessmensch seufzend wieder in seinen sündhaft teuren, ergonomischen Bürostuhl. Und wartet. Und starrt auf den Bildschirm.

Plötzlich formt sich ein Erinnerungssplitter. Wann hat mich eine Technologie das letzte Mal derart ohnmächtig warten lassen?

Richtig. Das willkürlich erscheinende Windows-Zwangsupdate. Keine Ahnung, wie lange es dauert. Keine Ahnung, ob man sicherheitshalber die dreifache Wartezeit einplanen muss, bis der Rechner überhaupt wieder hochfährt. Stets begleitet von dieser wohligen, ungewissen IT-Angst, dass das Dingens es jetzt endgültig hinter sich hat.

Er betrachtet sich von außen und denkt:

💭

„Du KI-Opfer. Sitzt hier wie so'n Steinzeitmensch, der auf den Sonnenuntergang wartet."

Im Auto zum Arzt kam mir die sichere Erkenntnis: Ich bin davon überzeugt, dass die Technologie weiter die Menschheit braucht, um sie zu nerven.

Leseempfehlung an dieser Stelle: rentahuman.ai