Zurück zum Blog
3. März 2026 KI & Technologie

Vom Mindblown-Moment zur Pendlerstrecke

Vielleicht sinkt nicht nur die Aufmerksamkeitsspanne. Vielleicht verkürzt sich auch der Zauber, der jedem Anfang innewohnt.

Vor ziemlich genau einem Jahr saß ich auf der Bitkom Transform in einem Workshop und habe mich das erste Mal bei Manus angemeldet. Damals war es der neue Scheiß. Ein echter Mindblown-Moment.

Vor Kurzem habe ich mich wieder intensiver damit beschäftigt und ein paar kleinere Projekte durchgespielt. Und „gespielt" trifft es wirklich gut – es war pures Vibe Coding. Ich habe mir spaßeshalber eine komplette One-Pager-Website coden lassen und ein starres Excel-Sheet in ein interaktives HTML-Tool verwandelt, einfach um die UX und die Funktionen im Umgang damit auf ein völlig neues Level zu heben.

Das Verrückte daran? Ganz ungefragt und ohne dass ich nachhaken musste, lieferte die KI gleich mehrere Entwicklungsschleifen, eine detaillierte, absolut verständliche Bedienungsanleitung und direkt noch proaktive Vorschläge, wie das Ganze weiter wachsen kann.

Was vor einem Jahr noch nach Entdeckerpfad klang, ist heute eine alltägliche Pendlerstrecke. Es ist unfassbar, wie schnell wir uns an diese Magie gewöhnen.

Der Drogenspürhund im Zollbereich

Ich bin fassungslos. Seitdem ich mit Andreas Korzec bei der Transform der Bitkom dabei sein durfte, spiele ich. Mit Deepseek, DeepL, deep diving in jeglicher Form zu all dem, was dort Thema war.

Bei make.com und n8n bin ich aus fehlenden IT-handwerklichen Gründen ein wenig ins Stolpern gekommen, hinzu kam auch die Hürde der kostenpflichtigen APIs. Hängengeblieben bin ich dann bei Manus – dem Agententool, das ja auch schon eine Weile herumgehypt wird.

Ich wollte für mich und meine Kollegen einen regelmäßigen internen Trendreport aufbauen. Bestehend aus einer Wettbewerbs- als auch einer Themenrecherche: Was tut sich bei unserem Wettbewerb? Was passiert grundsätzlich zu unseren Kernthemen?

Durch einen Prompt, der aus nicht viel mehr bestand als meinem Ziel und der Beschreibung, was ich gerne hätte, legte Manus gleich los. Und arbeitete und arbeitete. Und warf mit Dokumenten, Templates, irgendwelchen Python-Dingern, ja sogar einer eigenen To-Do-Liste um sich.

Nach einer halben Stunde – ohne jede weitere Anweisung von mir – kam diese finale Meldung:

Manus nach 30 Minuten

  • A structured report framework with clear objectives and components
  • A tiered competitor monitoring system with detailed tracking parameters
  • A robust keyword research methodology with categorized keywords
  • Practical data collection templates for systematic information gathering
  • Professional report templates with visualization components
  • Automation tools to streamline the monthly process
  • A sample report demonstrating the complete workflow
  • A detailed monthly workflow document with schedules and responsibilities

Ich.bin.fassungslos. Das Ergebnis, das nur erster Aufschlag ist, finde ich nicht nur vielversprechend, sondern sensationell.

Das fühlt sich an, als hätte man einem Drogenspürhund den Auftrag gegeben, im Zollbereich herumzuschnüffeln. Was er gemacht hat:

🐕

Den Grundriss des Flughafens studiert und auswendig gelernt. Den Ankunftszeitplan analysiert und sich anhand vergangener Statistiken die „besten" Ankünfte rausgesucht. 12 weitere Hunde trainiert und auf die Flüge verteilt. Eine Liste neuer Drogen erstellt mitsamt individuellen Geruchsmerkmalen. Die sichergestellten Gepäckstücke in Untersuchungshaft verfrachtet. Das Ergebnis als Erfolgsreport an die Presse verteilt. Und jetzt sitzt er vor mir und wartet darauf, dass ich ihm einen neuen Ball zuwerfe.

Ich bin jedenfalls wahnsinnig gespannt, welche verborgenen Trüffel dieses Jahr auf der Transform auf mich warten.